Vorgehensweise bei einer mehrere Perspektivsichten beinhaltenden Beobachtung


Bei einer mehrperspektivischen Beobachtung werden die Ansichten einzelner Perspektiven genutzt, einen für alle Perspektiven gültigen Ablauf zu erstellen. Eventuell bestehende Deutungsoptionen können dabei zu einer klaren, für alle Perspektiven stimmenden Vorstellung aufgelöst werden.



Vorgehensweise

Ein zwischen unterschiedlichen Perspektiven ablaufender Vorgang wird über eine gegebene Zeit simultan beobachtet, jede Perspektive nimmt dabei eine eigene Beobachtungsposition ein.


Abb. 1

Abbildung 1 zeigt eine Konstellation unterschiedlich positionierter Beobachter. Die einzelnen Perspektiven befinden sich der Einfachheit halber in gleichem Abstand zum beobachteten Geschehen.

Um den Vorgang mehrperspektivisch verfolgen zu können, werden die Ansichten der Perspektiven 1 bis 4 simultan berücksichtigt. Die simultanen Beobachtungen werden zu einer Übersicht zusammengestellt.


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Die Ansichten der einzelnen Perspektiven


Ein Beobachter an Perspektive 1 kommt für die Zeiten t1 und t2 zu folgenden Bildern:

Abb. 2
Abb. 2:

Der Beobachter sieht einen Kreis, der zwischen den Zeiten t1 und t2 an Umfang zugenommen hat.
Die Beobachtung aus Perspektive 1 alleine lässt sehr viele Deutungen des Vorgangs zu: ein Kreis nimmt an Umfang zu, eine Kugel nimmt an Umfang zu, ein Kegel mit der Spitze nach hinten nimmt an Umfang zu usw., die Möglichkeiten der Deutung sind vielfältig.

Die Einbeziehung einer weiteren Perspektive (P3, direkt gegenüber von Perspektive 1) bringt folgende Bilder für die Zeiten t1 und t2:


Abb. 3
Abb. 3:

Der Beobachter an Perspektive 3 sieht, wie sich der Umfang eines Kreises von Zeit t1 zu Zeit t2 reduziert.

Beide Beobachter sind sich sicher, den einen, gleichen Vorgang zu verfolgen.

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Zwar sind die Beobachtungen höchst widersprüchlich, dennoch haben sich die Deutungsmöglichkeiten in mancher Hinsicht reduziert, z. B. ein spitzer Kegel kann als Form ausgeschlossen werden (Perspektive 3 müsste die Spitze des Kegels als Punkt in der Mitte des Kreises wahrnehmen).


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Die Einbeziehung einer weiteren Perspektive, Perspektive 2, links von Perspektive 1, bringt eine zusätzliche Ansicht des Vorgangs.

Abb. 4
Abb. 4:

Perspektive 2 beobachtet ein kreisförmiges Objekt, das seine Position zwischen den Zeiten t1 und t2 von links nach rechts verändert hat.

Aufgrund der Beobachtungen von Perspektive 2 kann "Scheibe" nun als Form ausgeschlossen werden, es muss sich um ein kugelförmiges Objekt handeln.

Perspektive 4 bringt eine weitere Ansicht:

Abb. 5
Abb. 5:

Ein kreisförmiges Objekt bewegt sich von Zeit t1 zu Zeit t2 von rechts nach links.


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Die vorliegenden einzelperspektivischen Ansichten können in einer Gesamtübersicht miteinander "konfrontiert" werden.


Gesamtübersicht des Vorgangs

Abb. 6


Abb. 6:

Abbildung 6 zeigt alle zur Verfügung stehenden Perspektivansichten.

Aus den widersprüchlich erscheinenden Beobachtungen muss ein Ablauf rekonstruiert werden, der die Einzelperspektiven als verschiedene Ansichten eines Vorgangs beinhaltet.

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Rekonstruierter Ablauf

Ein kugelförmiges Objekt nähert sich zwischen den Zeiten t1 und t2 Perspektive 1, das Objekt nimmt durch seine Annäherung an diese Perspektive an Umfang zu.

Durch die Annäherung an Perspektive 1 erhöht sich die Distanz des Objektes zu Perspektive 3, daher reduziert sich aus der Sicht dieser Perspektive der Umfang des Objektes.

Perspektiven 2 und 4 zeigen die räumliche Bewegung in der Seitenansicht.
Perspektiven 2 und 4 sehen den Vorgang aufgrund ihrer Positionierung gespiegelt: aus Sicht von Perspektive 2 bewegt sich das Objekt von links nach rechts, aus Sicht von Perspektive 4 von rechts nach links.


Der Ablauf in der Übersicht:

Abb. 7
Abb. 7:

Abbildung 7 zeigt den aus den Einzelperspektiven rekonstruierten Vorgang.


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Zusammenfassung

Die Ansicht eines makroskopischen Bewegungsablaufes kann, aus einer einzelnen Perspektive beobachtet, verschiedene Deutungen zulassen. Durch die Einbeziehung weiterer Perspektiven werden die Deutungsmöglichkeiten reduziert. Liegen genug Perspektivansichten vor, können makroskopische Bewegungsabläufe eindeutig bestimmt werden.





Zum Thema: Raumausdehnung t+

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